Persönlichen Wissenstransfer zeitfeffizient gestalten

Keine Zeit für Wissenstransfer – 10 Tipps für WissensarbeiterInnen in Zeitnot Teil 2 

Keine Zeit für Wissenstransfer? Wir helfen WissensarbeiterInnen in Zeitnot mit unserer gemeinsamen Blogpostserie, Wissen wieder zu finden (howknow – Barbara Geyer-Hayden) und einfach mehr aus Ihrem Wissen zu machen (knowvisAnnette Hexelschneider).

Annette Hexelschneider hat im ersten Blopost dieser Serie geschrieben "der erste Schritt beginnt bei mir selbst". Anschließend daran, stelle ich in diesem Beitrag vor, wie Sie Ihren persönlichen Wissenstransfer zeiteffizient gestalten können.

Warum sollten wir unser Wissen teilen? 

Welche Gründe haben wir um unser Wissen zu teilen? Wie können wir andere dazu motivieren? Hier ein einige Argumente:

  • Wissen ist vergänglich. Wissen hat eine kurze Lebensdauer. Wenn Sie Ihr Wissen nicht nutzen, verliert es schnell an Wert.
  • Wissenstransfer findet in den meisten Organisationen nur in geringem Ausmaß statt. Dennoch können Sie sich fast sicher sein, wenn Sie Ihr Wissen nicht produktiv nutzen wir es eine andere Person im Unternehmen mit demselben Wissen tun. An jede noch so großartige Idee denkt mit hoher Wahrscheinlichkeit auch irgendwann eine andere Person im Unternehmen.
  • Wenn Sie Wissen teilen, erhalten Sie mehr als Sie geben. Wenn Sie eine Produktidee oder eine Vorgehensweise mit anderen teilen dann hilft Ihnen der Wissenstransfer die Idee in Worte zu fassen oder aufzuschreiben und damit Ihre Idee zu verbessern. 
  • Die meisten Aufgaben die in Unternehmen erledigt werden müssen erfordern eine gemeinsame Zusammenarbeit. Wenn Sie versuchen alleine zu arbeiten steigt die Wahrscheinlichkeit zu scheitern. Sie brauchen nicht nur den Input sondern auch die Unterstützung Ihrer Kollegen bei der Umsetzung. 

(Gurteen 1999)

Persönlicher Wissenstransfer

"We always know more than wie can say, and we always say more than we can write"

Dave Snowden

Beim Wissenstransfer geht es um das "Teilhaben lassen, was immer eine Wissensumwelt als Gegenüber voraussetzt" […] "Echte Teilhabe setzt natürlich voraus, dass eine Person das Wissen aus der Wissensumwelt auch versteht und es tatsächlich in irgendeiner Form nutzen kann. […] Wissen, das eine Person von außen aufnimmt, stiftet für diese nur dann Sinn, wenn sie es in eigenes Wissen transformieren kann. " (Reinmann, Exppler 2008)

Das Teilen von implizitem Wissen kann beispielsweise durch folgende Arten erfolgen: face-to-face, per Telefon, Internet-Telefonie, im Chat oder Videokonferenz oder durch eine Kombination im direkten Handlen bzw. Problemlösen auch ohne verbale Artikulation. (Reinmann, Exppler 2008)

Methoden des teilhabenden persönlichen Wissenstransfers sind z.B. zuhören, Fragen stellen und Co-Coaching. Beispiele für Methoden die das Teilen des eigenen Wissens unterstützen sind Skizzen und Metaphern. In den weiteren Blobposts dieser Serie werden wir eine Reihe weiterer Methoden vorstellen.

Persönlichen Wissenstransfer zeiteffizient planen

Um den persönlichen Wissenstransfer zeiteffizient zu planen, ist es sinnvoll sich selbst Effizienz- und Innovationsziele zu setzen. Basierend darauf, können Sie die Punkte bei der Planung unterstützen:

  • Welchen Zweck verfolgen Sie mit dem persönlichen Wissenstransfer ganz konkret?
  • Wann ist der beste Zeitpunkt für den persönlichen Wissenstransfer?
  • Was soll mit den Ergebnissen des persönlichen Wissenstransfers geschehen? Was und wie sollte dokumentiert werden?
  • Welche Fragen soll der persönliche Wissenstransfer bearbeiten?
  • Welche Methodik soll zur Beantwortung der Fragen genutzt werden?

Erste Schritte für den persönlichen Wissenstransfer

Wissenstransfer beginnt bei mir selbst. Egal welche Position Sie inne haben, jeder von uns hat seine oder ihre Arbeit, eigene Ziele und Einflussbereiche. Wenn Sie glauben, dass Ihnen, Ihrem Team, Ihrer Abteilung oder Ihrem Unternehmen Wissensaustausch hilft, dann können Sie damit beginnen Wissenstransfer in Ihrem Einflussbereich zu üben und andere zu ermutigen ebenfalls mit gutem Beispiel voran zu gehen. Mit den folgenden Schritten können Sie beginnen:

  • Wertschätzendes Feedback geben
  • Fragen stellen
  • Anderen Personen sagen, was Sie planen, bevor Sie es tun
  • Andere um Hilfe bitten
  • Jemanden fragen ob er oder sie mit Ihnen zusammenarbeiten möchte – und sei es nur in einem kleinen Teilbereich
  • Erzählen was Sie tun und noch wichtiger, warum Sie es tun
  • Andere Personen fragen was sie denken, sie um Rat fragen
  • Andere Personen fragen, was sie anders machen würden
  • Nicht nur Wissen teilen sondern auch Know-How und Know-Why

Beim Wissensaustausch geht es darum, offener zu sein in der Art wie Sie arbeiten und in Ihren Beziehungen zu anderen Personen. Der effektivste Weg, eine Kultur des Wissenstransfers zu schaffen ist, zunächst zu starten und ihn selbst zu praktizieren. Zeigen und trainieren Sie Ihre Kolleginnen und Kollegen in Methoden und Tools zum Wissenstransfer. Personen die aktiv Wissensaustausch praktizieren und dabei effektive Methoden und Tools zum Wissenstransfer nutzen können gemeinsam die Unternehmenskultur beeinflussen.

 (Gurteen 1999)

 

Literatur:

David Gurteen (1999). Creating a Knowledge Sharing Culture. In: Knowledge Management Magazine, Volume 2, Issue 5, February 1999. Online unter: http://www.gurteen.com/gurteen/gurteen.nsf/id/ksculture

Gabi Reinmann, Martin J. Eppler (2008) Wissenswege. Methoden für das persönliche Wissensmanagement. Bern: Verlag Hans Huber.

Bildquellen:

Logo der Blogpost-Serie „Keine Zeit für Wissenstransfer?“ gestaltet von Annette Hexelschneider (CC BY 3.0) unter Verwendung des Icons Memory designed by Anne-Marie Nguyen (CC BY 3.0), thenounproject.com

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