Spart Enterprise 2.0 beim Wissenstransfer Zeit?

Keine Zeit für Wissenstransfer – 10 Tipps für WissensarbeiterInnen in Zeitnot Teil 6 

Keine Zeit für Wissenstransfer? Wir helfen WissensarbeiterInnen in Zeitnot mit unserer gemeinsamen Blogpostserie, Wissen wieder zu finden (howknow – Barbara Geyer-Hayden) und einfach mehr aus Ihrem Wissen zu machen (knowvis – Annette Hexelschneider).

In meinem letzten Blogpost der Wissenstransfer Reihe habe ich eine Regel vorgestellt, mit der Sie festlegen können, wann es sinnvoll ist Wissen Face to Face weitergeben und wann ist es besser ist, Inhalte aufzuschreiben. Dabei stellt sich die Frage: Wie finden Sie Personen die Ihr Wissen weitergeben und wie erfahren Sie von für Sie relevanten, dokumentierten Inhalten?

Dieser Blogpost beschäftigt sich damit, ob Enterprise 2.0 den Wissenstransfer zeiteffizient unterstützen kann.

"Enterprise 2.0 steht für den Einsatz von geschäftsrelevanten Web-2.0-Technologien im Unternehmen. Damit einher geht ein Wertewandel hin zur offenen Kommunikation und Wissensbereitstellung innerhalb des Unternehmens, zwischen dem Unternehmen und den Kunden sowie dem Unternehmen und den Zulieferern." [Joerges 2008]. Ursprünglich wurde dieser Begriff von Andrew McAfee [2006] geprägt.

Herausforderungen des traditionellen Wissenstransfers

"Wenn wir Wissen kommunizieren, versuchen wir, Know-how (z.B. wie Aufgabe bewältigen), Know-why (z.B. Ursache-Wirkung), Know-what (z.B. Testergebnisse), Know-who (z.B. Erfahrungen mit Anderen) zu transferieren. Face to face oder virtuell, synchron oder asynchron.

Wir wollen dabei zum Beispiel, neue Erkenntnisse generieren, evaluieren, Wissen teilen, transferieren, vom Verstehen zum Handeln kommen. Für diese unterschiedliche Kommunikation braucht es unterschiedliche Verhalten, unterschiedliche unterstützende Visualisierungen, etc." 

Dabei kommt es zu einer Reihe von Wissenskommunikationsproblemen, vor allem zwischen Experten und Entscheidern. Vorbeugen lassen sich diese durch ein besseres Briefing, angepassten Kommunikationsstil, Visualisierungen und Kontextverständnis[Eppler 2007]

Aber wir kennen den Kontext in dem unser Wissen verwendet wird meist nicht. "We only know what we know when we need to know it." und "We always know more than we can tell and we always tell more than we can write." [Snowden 2002]

Problemen aus der Sicht des Suchenden:

Wer hat das Wissen das wir brauchen? Ist diese Person bereit ihr Wissen weiterzugeben? Wie kann ich eine (Arbeits)beziehung zu der Person herstellen damit wir eine gemeinsame Grundlage haben um unser Wissen zu teilen?

Problemen aus der Sicht des Experten:

Wer interessiert sich für mein Fachgebiet? Wer spricht meine (Fach)Sprache so weit das er oder sie mich versteht?

Enterprise 2.0 und Wissenstransfer

Laut der Wissensmanagement Theorie können Sie mit Enterprise 2.0 keinen Wissenstransfer betreiben denn mit der Nutzung von digitalen Tools können Sie nur Informationen und kein implizites Wissen teilen. Es stellt sich jedoch die Frage, ob man in der Praxis, unter gewissen Umständen, implizites Wissen nicht doch teilweise explizieren und fixieren kann. Das explizite Wissen könnte man dann teilen. Abgesehen von diesen theoretischen Überlegungen kann Enterprise 2.0 das Wissenstransfer jedenfalls unterstützen.

Sie können Enterprise 2.0 für folgende Punkte im Rahmen des Wissenstransfers nutzen:

  • Wissensträger finden,
  • bisher produzierte Inhalte lesen und bewerten,
  • die Bewertungen anderer Benutzer zu Inhalten und teilweise auch Wissensträgern einsehen,
  • die Bereitschaft des Wissensträgers Wissen zu teilen abschätzen,
  • eine (Arbeits-)beziehung mit den Wissensträgern aufbauen,
  • Tipps zu für Sie relevanten Dokumenten erhalten.

Damit können Sie sich beim Wissenstransfer viel Zeit sparen.

Simon Terry hat in seinem Beitrag "The Last Thing We Need is an Enterprise Social Network" [Terry 2014] folgendes geschrieben:

"We don’t want an enterprise social network because it is new technology or because it is good for some abstract goal. We need one to help our people to execute on the changes necessary to achieve the goals of our strategy. Enterprise technology only makes sense when it enables us to work in new ways that deliver strategic value."

Weitere Beiträge der Reihe Keine Zeit für Wissenstransfer – 10 Tipps für WissensarbeiterInnen in Zeitnot:

Quellen:

[Andrew McAfee 2006] Andrew McAfee (2006). Enterprise 2.0, version 2.0. Online unter: http://andrewmcafee.org/2006/05/enterprise_20_version_20/

[Eppler 2007] Martin J. Eppler (2007). Knowledge Communication Problems between Experts and Decision Makers: an Overview and Classification. In: The Electronic Journal of Knowledge Management Volume 5 Issue 3, pp 291 – 300. Online unter: www.ejkm.com/issue/download.html?idArticle=113

[Joerges 2008] Richard Joerges (2008). Definition für Enterprise 2.0 gesucht. Online unter: http://www.zdnet.de/39340153/definition-fuer-enterprise-2-0-gesucht/ 

[Snowden 2002] David Snowden (2002). Complex Acts of Knowing – Paradox and Descriptive Self Awareness. In: Journal of Knowledge Management, Special Issue, July 2002. Online unter: http://cognitive-edge.com/uploads/articles/13_Complex_Acts_of_Knowing_paradox_and_descriptive_self-awareness.pdf

[Terry 2014] Simon Terry (2014). The Last Thing We Need is an Enterprise Social Network. Online unter: http://simonterry.tumblr.com/post/87979912949/the-last-thing-we-need-is-an-enterprise-social-network

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