Verändern und Demokratisieren soziale Tools die Arbeitsumgebung?

Zu Risiken und Nebenwirkungen der Nutzung von sozialen Tools in Unternehmen lesen Sie die Packungsbeilage: Soziale Tools können Tendenzen zu einer Demokratisierung des Arbeitsplatzes verstärken. Enterprise 2.0 kann sein volles Potential nur auf einer demokratischen Basis entwickeln.

McKinsey prognostiziert einen Produktivitätsgewinn von 20 bis 25 Prozent durch die Nutzung von sozialen Tools. “Yet the McKinsey Global Institute (MGI) finds that twice as much potential value lies in using social tools to enhance communications, knowledge sharing, and collaboration within and across enterprises. MGI’s estimates suggest that by fully implementing social technologies, companies have an opportunity to raise the productivity of interaction workers—high-skill knowledge workers, including managers and professionals—by 20 to 25 percent." (zitiert nach Wissensarbeiter)

Diese Produktivitätsgewinne können aber nur dann im vollem Umfang realisiert werden, wenn die Organisationen wenig hierarchisch sind und eine vertrauensvolle Unternehmenskultur entwicklen. “To reap the full benefit of social technologies, organizations must transform their structures, processes, and cultures: they will need to become more open and nonhierarchical and to create a culture of trust. Ultimately, the power of social technologies hinges on the full and enthusiastic participation of employees who are not afraid to share their thoughts and trust that their contributions will be respected. Creating these conditions will be far more challenging than implementing the technologies themselves.”

soziale Tools: ME_367_CopingStrategies_CC_BY_SA

Harold Jarche veröffentlich regelmäßig Beiträge zur Demokratisierung des Arbeitsplatzes. Er schreibt: "We have the ideas (and some examples) on the great work that needs to be done at the beginning of this century – create new organizational models that reflect (and actually capitalize on) our humanity. We also have technologies that enable and support collaboration, knowledge-sharing, and connecting on a human level. The major obstacles seem to be that there are not enough good examples and that these organizations are not influential enough to change the dominant business ideologies."

Erinnern Sie sich an Ihre Erfahrungen mit sozialen Tools im privaten und beruflichen Umfeld. Wann hat das online Kommunizieren und Erstellen  und Teilen gemeinsamer Inhalte  besonders gut funktioniert? War das ein Umfeld, in dem die Beteiligten ihre Meinung offen mitgeteilt haben und die Zusammenarbeit auf nahezu gleichwertiger Ebene stattfand?

Die effiziente Nutzung von sozialen Tools, auch in Unternehmen, gelingt nur in einem offenen und vertrauensvollen Umfeld. Aus diesem Grund funktionieren viele soziale Tools in Organisationen nicht. Ein Beispiel dafür sind viele Unternehmenswikis, die zwar implementiert sind aber nicht genutzt werden.

In vielen Fällen werden soziale Tools aufgrund diffuser Ängste erst gar nicht eingeführt. Diese Ängste sind berechtigt. Die gemeinsame Nutzung sozialer Tools wirkt sich auf die bestehende Unternehmenskultur aus. Wenn eine Änderung des vorherrschenden Umgangs miteinander jedoch nicht von den Vorgesetzten gewünscht ist, wird die Nutzung sozialer Tools nur geringe Auswirkungen haben.

Daher wird auch der Gewinn durch die Nutzung sozialer Tools nur gering sein. Das ist jedoch schade, denn wir benötigen in unserer Arbeit neue Tools, um effizienter zu werden. Marshall McLuhan hat das folgendermaßen zusammen gefasst: "Our Age of Anxiety is, in great part, the result of trying to do today’s jobs with yesterday’s tools!".

 

Anmerkung: Dieser Artikel ist Teil der Blogparde Blog2change. Für mehr Veränderung in Unternehmen von Maria Tagwerker-Sturm.

Bildnachweis Comic soziale Tools

Coping Strategies von Mimi & Eunice. Lizenz: CC-BY-SA Nina Paley

 

Hat Ihnen dieser Beitrag gefallen? Dann teilen Sie ihn gerne mit anderen!

Loading Facebook Comments ...

Schreibe einen Kommentar